Der älteste Baum Deutschlands ist bis zu 1100 Jahre alt
Credit: © TRAVELM.DE - nationalerbe baeume

Der älteste Baum Deutschlands ist bis zu 1100 Jahre alt

Ein lebendes Zeitzeugnis mitten im Allgäu

kk
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8. September 2026

In einer stillen Almwiese hoch über Steibis, nahe des Hochgrat im Oberallgäu, steht die „Ureibe“ – eine Europäische Eibe, die laut dendrologischer Untersuchung auf ein Alter von etwa 1 100 Jahren geschätzt wird und damit als ältester bekannter Baum Deutschlands gilt. Mit einem beeindruckenden Stammumfang von 5,10 Metern gilt sie zugleich als mächtigste Eibe bundesweit und gehört seit dem 18. Juni 2026 offiziell zu den „Nationalerbe-Bäumen“, einer Ehrung, die alten Baumveteranen besonderen Schutz und Wertschätzung sichern soll.


Das Wichtigste im Überblick

  • Die sogenannte „Ureibe“ bei Steibis im Oberallgäu wird auf etwa 1.100 Jahre geschätzt und gilt damit als ältester bekannter Baum Deutschlands.
  • Die mächtige Eibe steht auf rund 1.100 Metern Höhe und besitzt einen Stammumfang von etwa 5,10 Metern. Trotz der rauen Bedingungen ist sie weiterhin vital.
  • Das genaue Alter lässt sich nicht sicher bestimmen: Eine Untersuchung von Jahresringen ergab eine mögliche Altersspanne von 900 bis 1.300 Jahren.
  • Seit dem 18. Juni 2026 gehört die Ureibe offiziell zu den Nationalerbe-Bäumen. Das Projekt soll besonders alte Bäume in Deutschland langfristig schützen.
  • Der öffentlich zugängliche Baum liegt in der Nagelfluhkette und lässt sich mit einer Wanderung ab Unterlauch-Alpe verbinden – ein besonderes Ziel für Natur- und Wanderfreunde.


Ein Reich der Ruhe und Kontraste

Die Ureibe wächst auf 1 100 Metern Höhe an einem nordwestexponierten Hang – mit wenig Wintersonne und deutlich niedrigen Temperaturen im Vergleich zu südwestlich gelegenen Standorten. Gerade dieses raue Umfeld hebt die Widerstandskraft des Baumes hervor: Ein Baum, der deutlich jenseits der üblichen vegetativen Grenzen gedeiht und sich dennoch mit vitaler Benadelung und regelmäßiger Fruchtbildung behauptet.


Wie lässt sich ein so ehrwürdiges Alter ermitteln?

Die Altersbestimmung beruhte auf der Analyse eines elf Zentimeter langen Bohrspans aus dem hohlen Stamm. In diesem wurden 60 Jahresringe gezählt – daraus resultierte eine Projektion aufs Gesamtlebensalter von rund 1 100 Jahren. Möglich ist eine Altersspanne von etwa 900 bis zu 1 300 Jahren, da das Wachstum besonders in der Jugendphase beschleunigt gewesen sein könnte.


Eine neue Zeit für alte Bäume

Die Auszeichnung zur Nationalerbe-Eibe durch die Deutsche Dendrologische Gesellschaft macht die Ureibe zum Symbol eines ambitionierten Projekts, das 2026 seinen Weg geht. Die Initiative verfolgt das Ziel, deutschlandweit 100 besonders alte Bäume zu identifizieren und zu schützen – ein würdiger Beitrag zum Natur- und Kulturerbe.


Verborgene Meisterleistung der Natur

Trotz ihrer imposanten Dimension wirkt die Ureibe auf Wandernde stellenweise unscheinbar. Die knorrige, hohle Erscheinung – „ein traumhaftes Monument mit Spalten, Wülsten, Rippen und Löchern“, wie Baumexperte Andreas Roloff es beschreibt – verführt dazu, sie zu übersehen. Erst die Kenntnis ihres Alters eröffnet die Dimension ihres Daseins und die Magie, die sie verströmt.


Konkreter Nutzen für Reisende

Für Wandernde, Naturliebende und nicht zuletzt LGBTIQ+-Menschen, die oft nach stillen, achtsamen Rückzugsorten suchen, bietet sich hier ein einzigartiges Ziel: Die Ureibe ist öffentlich zugänglich, steht inmitten der Nagelfluhkette – ein Ort voller Ruhe, Beständigkeit und Zeitlosigkeit. Der Besuch lässt sich leicht in eine Wandertour ab Unterlauch-Alpe integrieren und empfiehlt sich mit einer Brotzeit in der umliegenden Almkulisse.

Besucherinnen und Besucher können sich schon jetzt auf sichere Wege zur Ureibe freuen. Zugleich eröffnet sich auf regionaler und nationaler Ebene die Frage, wie solche Naturwunder künftig weiter geschützt und in den Fokus behutsamer Tourismusgestaltung gerückt werden können.

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