
Auvergne: Campingparadies zwischen Vulkanen und Geschichte
Inklusiv und individuell
Morgens weckt das zarte Licht die Silhouetten uralter Vulkankegel, am Nachmittag grüßt ein mittelalterlicher Belfried von einer Anhöhe – und am Abend schlägt man sein Lager am Ufer eines stillen Sees auf. Die französische Auvergne, im Herzen des Landes verborgen, entfaltet sich wie ein stilles Versprechen für alle, die auf Reisen Freiheit und Ursprünglichkeit suchen. Für Camper ist diese Region längst kein Geheimtipp mehr – und dennoch fühlt sich jeder Besuch so an, als würde man einen unbekannten Kontinent betreten.
Vulkanland mit weitem Horizont
Die Auvergne zeichnet sich durch eine erhabene Landschaft aus, geprägt vom Zentralmassiv, das sich wie ein Rückgrat durch das Land zieht. Inmitten dieser gewaltigen Natur findet sich ein schier endloses Netz an Wanderwegen, stillen Mooren und klaren Seen. Herausragend ist der Parc naturel régional des Volcans d’Auvergne, einer der größten Naturparks in Frankreich. Über 80 Vulkane reihen sich wie an einer perlenden Schnur aneinander, darunter der majestätische Puy de Dôme. Er ragt 1.465 Meter empor und bietet, bequem mit einer elektrischen Zahnradbahn erreichbar, einen grandiosen Panoramablick über das UNESCO-geschützte Vulkanfeld der Chaîne des Puys. An klaren Tagen reicht der Blick über grüne Hügel, dichte Wälder und weite Täler – ein Naturerlebnis, das für viele als einer der schönsten Aussichtspunkte der Grande Nation gilt.
Naturbegeisterte können in der Auvergne Tritt für Tritt Spuren urzeitlicher Erdgeschichte entdecken. Neben den Vulkanen sind es die Moore und Wälder, die in ihrer Ursprünglichkeit faszinieren. Wer etwas Abenteuer in seinen Reisealltag holen möchte, kann sich im Kajak auf den wilden Fluss Allier wagen. Solche sportlichen Naturerlebnisse sind in der Region ebenso Teil der DNA wie entspannte Spaziergänge durch stille Hochmoore oder Badepausen an glasklaren Seen.
Geschichte hautnah: Von Lavastrom zu Pilgerstätten
Zwischen den grünen Tälern und den zerklüfteten Vulkankegeln stößt man immer wieder auf kulturelle Kleinode. Allen voran begeistert das charmante Städtchen Le Puy-en-Velay, das sich auf 625 Metern Höhe in die Landschaft schmiegt. Die markante Kathedrale Notre-Dame thront auf einem Felsen und zählt längst zum UNESCO-Weltkulturerbe. Eine weitere Sehenswürdigkeit ist die monumentale Statue Notre-Dame de France, die als Symbol der Stadt über die Dächer und das umliegende Hügelland wacht.
Die verwitterten Mauern der Region erzählen von einer reichen Geschichte. Die Festung von Polignac etwa, strategisch auf einem Vulkanhügel gelegen, schenkt einen faszinierenden Ausblick weit über die Auvergne hinaus. In Saint-Floret stößt man auf die letzten Reste einer mittelalterlichen Burg – mit im Hauptgebäude erhaltenen Wandmalereien, die Liebesgeschichten wie Tristan und Isolde lebendig werden lassen.
Wer die Kraft der Erde ganz unmittelbar erleben will, sollte dem interaktiven Wissenschaftspark Vulcania einen Besuch abstatten. Hier, inmitten eines 30.000 Jahre alten Lavastroms, können Familien auf spannende Weise Naturphänomene und Vulkanausbrüche nachvollziehen und spielerisch den Zauber der Urgewalten entdecken.
Campingparadies nach französischer Art
Für Wohnmobil-Fans und Vanlife-Begeisterte bietet die Auvergne ein breites Spektrum an Übernachtungsoptionen. Mit über 400 Campingplätzen allein in dieser Region ist für jeden Geschmack und jede Ausstattung gesorgt – von einfachen Naturstellplätzen bis zu komfortablen Anlagen mit Schwimmbad, Wasserpark und weiteren Extras. Frankreich zählt insgesamt rund 11.000 Campingplätze und setzt damit europaweit Maßstäbe für Camping-Liebhaber.
Allerdings gilt es die Regeln zu beachten: Wildcampen auf öffentlichen Straßen, Sehenswürdigkeiten oder in Natur- und Wasserschutzgebieten ist streng untersagt. Wer abseits der offiziellen Plätze nächtigen möchte, braucht die ausdrückliche Zustimmung des Eigentümers. Das Übernachten im Wohnmobil auf Parkplätzen ist gestattet, solange niemand behindert wird und typische Campingmöbel im Fahrzeug bleiben. So bleibt das Naturerlebnis im Einklang mit Respekt vor Mensch, Umwelt und geltendem Recht.
„Die Auvergne überrascht immer wieder mit ihren stillen Orten, ihrer Ursprünglichkeit und der Gastfreundschaft der Menschen – für uns als Camper das perfekte Ziel abseits des Mainstreams,“ schwärmt der erfahrene Camper und Naturfreund Jean-Luc Dubost.
Wege der Zukunft: Nachhaltiger Tourismus und stille Entdeckungen
Aktuelle Daten zeigen, dass die Auvergne besonders unter nachhaltigen Reisenden immer mehr an Beliebtheit gewinnt. Laut dem französischen Amt für Ökotourismus hat sich die Zahl der Buchungen in kleinen, umweltbewussten Campingplätzen innerhalb eines Jahres um rund 20 Prozent gesteigert. Viele Gäste schätzen das geringe Verkehrsaufkommen und die Möglichkeit, mit Wanderschuhen, Fahrrad oder Kajak die Landschaft zu erkunden und so ihre CO₂-Bilanz niedrig zu halten.
In einer Zeit, in der viele klassische Reiseziele in Frankreich unter Besucheranstürmen leiden, bleibt die Auvergne ein Refugium für all jene, die das Ursprüngliche suchen. Die Region punktet nicht nur mit ihrer landschaftlichen Vielfalt, sondern auch mit einer entschleunigten Lebensart. Immer mehr junge Reisende entdecken die stillen Dörfer, die authentische regionale Küche und die Gelassenheit, die den Rhythmus des Lebens bestimmt.
Weiterführende Informationen zu Camping und nachhaltigem Tourismus in der Auvergne erhalten Interessierte etwa bei Tourismusverbänden, Umweltorganisationen oder den offiziellen Portalen regionaler Naturparks.

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