
Japans Hotels locken mit Wasserrutsche und Schokoladen-Bad
Erlebniszimmer sind gefragt
Wer in Japan ein Hotelzimmer bucht, kann mehr erleben als eine gewöhnliche Übernachtung: Der deutsche YouTuber und Content-Creator Fabian Baggeler war kürzlich auf Entdeckungstour und testete drei der ungewöhnlichsten Hotels im Land der aufgehenden Sonne. In Osaka, Tokio und Yamanashi fand er Schlafplätze, die jede gute Reisegeschichte neu schreiben – als Höhepunkt eine Wasserrutsche, die direkt ins eigene Hotelzimmer führt. Für abenteuerlustige Reisende zeigen diese Hotels, wie in Japan Gastfreundschaft, Kreativität und Extravaganz neu gedacht werden.
Das Wichtigste im Überblick
- In Osaka bietet ein Hotel Zimmer mit integrierter Wasserrutsche direkt ins Wohnzimmer.
- Ein Ryokan in Hakone lädt Gäste zu einem Bad in flüssiger Schokolade ein.
- In Tokio vermietet ein Business-Hotel indoor Zelte als Übernachtungsalternative.
- Alle Aufenthalte sind regulär buchbar und erfreuen sich wachsender Beliebtheit.
- Solche Erlebnishotels richten sich besonders an junge Reisende und Familien.
Übernachten, wo der Spaß ins Zimmer rutscht
Mitten in Osaka steht ein Gebäude, das aus der Ferne wie ein klassisches Hotel wirkt, innen jedoch für Überraschung sorgt: Eine zweistöckige Suite ist mit einer farbenfrohen Wasserrutsche ausgestattet, die vom Schlafzimmer direkt ins Wohnzimmer des Zimmers führt. Dieser Hingucker zieht Familien und Freundeskreise an, die gemeinsam übernachten und dabei ein Stück Vergnügungspark-Atmosphäre erleben wollen. Laut Betreiber sind besonders Wochenenden meist lange im Voraus ausgebucht, da der Freizeitfaktor auch bei japanischen Gästen sehr gefragt ist.
Kuriose Badeerlebnisse im Ryokan
Nicht weniger spektakulär fiel Baggeler das Bad in einem traditionellen Ryokan in Hakone auf, das eine moderne Ergänzung bereithält: Hier können Übernachtungsgäste in einem Becken voller flüssiger Schokolade baden. Der süßliche Geruch und die pflegenden Eigenschaften der Kakaobutter machen diese Option besonders bei Paaren und Familien zu einer gefragten Besonderheit. Das Hotel setzt gezielt auf saisonale Aktionstage, an denen auch Matcha-Tee und Rotwein als Badezusätze dienen – ein Konzept, das laut der lokalen Tourismusvereinigung zu steigenden Besucherzahlen führt.
Zelten unter Neonlichtern: Tokios neue Hotelidee
In Tokios Geschäftsviertel Shibuya überraschte der Test mit minimalistischen Zeltkabinen im Inneren eines Business-Hotels. Diese ungewöhnlichen Schlafmöglichkeiten ähneln einem Indoor-Camping: Aufblasbare Matratzen, stimmungsvolle Lichtinstallationen und Zugang zu Gemeinschaftsbädern schaffen ein Erlebnis zwischen Abenteuer und Urbanität. Vor allem junge Alleinreisende und kleine Reisegruppen nutzen die Zeltplätze, um zentral und günstig zu nächtigen – und zugleich ein Stück Outdoor-Flair in der Metropole zu genießen.
„Ich wollte wissen, wie verrückt Übernachten in Japan wirklich sein kann – und wurde jedes Mal überrascht“, sagt Fabian Baggeler nach seinem Hoteltrip.
Ein kurzer Blick zurück: Wie entstand der Trend?
Der Trend zu spektakulären Themenhotels in Japan entwickelte sich Anfang der 2000er-Jahre. Zunächst entstanden sogenannte Love Hotels, in denen ausgefallene Ausstattung und Themenzimmer für Aufmerksamkeit sorgten. Mit wachsendem Tourismussektor und der zunehmenden Popularität sozialer Medien entwickelten viele Häuser neue Erlebnisangebote, um sich von der Masse abzuheben. Heute zählen Erlebnisübernachtungen zu einem entscheidenden Faktor der Städtereisenszene, und auch internationale Plattformen wie Booking.com melden einen Anstieg der „Instagrammable“-Unterkünfte.
Kreativität als Zukunft des Städtetourismus?
Baggeler erlebte mit seinen Tests, wie Erlebnis-Hotels in Japan Hotelempfehlungen und Social-Media-Posts beflügeln. Immer mehr Anbieter nehmen sich die ungewöhnlichen Beispiele zum Vorbild und entwickeln neue Raumkonzepte: Vom Ballsaal mit Karaoke in Kyoto bis zum Space-Hotel in Tokio ist die experimentelle Hotellerie längst ein selbstverständlicher Teil der urbanen Szene – und setzt damit auch für andere Metropolen neue Maßstäbe. Wie lange der Trend anhält oder was als nächster Gag nachrückt, bleibt offen. Ein Blick nach Japan aber zeigt: Für Reisende, denen das Gewöhnliche zu gewöhnlich ist, lohnt sich der Abstecher in ein Hotel voller Abenteuer.

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