Queere Reisen trotzen Verboten in "roten" US-Staaten
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Queere Reisen trotzen Verboten in "roten" US-Staaten

LGBTIQ+-Szene bleibt sichtbar

kk
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15. Juni 2026

Reisen in „rote Staaten“ der USA – eine Frage des Mutes und der Solidarität? Genau dieses Thema beleuchtet der queere Reisejournalist Jared Ranahan, der aktuell dafür plädiert, dass LGBTIQ+-Menschen ihre Urlaubsträume nicht von politischen Fronten in den Vereinigten Staaten beschneiden lassen sollten. Ranahan, selbst in Massachusetts aufgewachsen, hat zahlreiche Reisen in konservative US-Bundesstaaten wie Florida und Texas unternommen und erlebt, dass queere Lebensfreude und Community auch dort blühen – oft wider Erwarten und weit entfernt vom politischen Schlagabtausch der Staatsregierungen.



Das Wichtigste im Überblick


  • Florida bleibt trotz restriktiver Gesetze eines der beliebtesten Reiseziele für queere Urlauberinnen und Urlauber.
  • Städte wie Lafayette (Louisiana) und Corpus Christi (Texas) bieten eine lebendige LGBTIQ+-Szene – mitten in konservativen Gebieten.
  • In Florida trat 2026 ein Gesetz in Kraft, das die Sichtbarkeit queeren Lebens im öffentlichen Raum stark einschränkt.
  • Der Anteil queerer Menschen in Florida gehört zu den höchsten in den gesamten USA.
  • Die Bürgerrechtsorganisation NAACP (National Association for the Advancement of Colored People) veröffentlichte wegen der dortigen Politik eine explizite Reisewarnung.



Queeres Leben zwischen Verboten und Vielfalt


Wer beispielsweise durch Miami Beach flaniert, erlebt einen der weltweit ikonischsten Rückzugsorte: Art-déco-Fassaden und buntes Nachtleben, offen queere Locations entlang des berühmtem Ocean Drive. Nur wenige Kilometer entfernt pulsiert das kleine Wilton Manors mit einem äußerst hohen Anteil an queeren Bewohnerinnen sowie Bewohnern und dutzenden queeren Bars. Doch selbst diese Oasen spüren den politischen Gegenwind: Erst 2026 entfernten Behörden Regenbogen-Zebrastreifen aus dem öffentlichen Raum. Aktivistinnen sowie Aktivisten und lokale Politikerinnen wie Politiker setzen dennoch immer wieder Zeichen – zuletzt mit einer neuen Rainbow-Crosswalk-Initiative, die stolz auf die queere Geschichte verweist.

Ranahan hebt hervor, dass auch abseits der Metropolen queeres Leben existiert: In Städten wie Lafayette oder Corpus Christi finden sich Clubs und Cafés, in denen Community und Gastfreundschaft großgeschrieben werden. „Mir sind auf Reisen immer wieder grandiose Szenen begegnet, egal wie konservativ die Außenwelt scheint“, berichtet er.



Hintergründe: Zwischen Boykott-Aufrufen und Reiselust


Seit dem Wahlsieg von Gouverneur Ron DeSantis in Florida hat sich die politische Lage für LGBTIQ+-Menschen verschärft, was Organisationen wie der NAACP zu öffentlichen Warnungen veranlasst hat. Das 2026 erlassene Gesetz verbietet Städten, Symbole der LGBTQ+-Community aktiv zu fördern. Viele fragen sich, ob Touristinnen und Touristen mit ihrer Reisekasse diskriminierende Strukturen unterstützen oder den Alltag queerer Menschen vor Ort stärken.

Studien des Williams Institute der UCLA zeigen: Ein bedeutender Teil der US-LGBTIQ+-Community lebt in als konservativ geltenden Bundesstaaten. Für viele ist der Austausch mit queeren Locals Antrieb, neue Gegenden zu erkunden und Vorurteile abzubauen. Gymnastik-Star Luke Strong fasst es ehrlich zusammen: „Ich habe in jedem Land queere Menschen getroffen, selbst dort, wo unsere Liebe verboten ist.“



Wichtige Fragen zum Thema


Warum reisen queere Menschen weiterhin in Staaten mit LGBTIQ+-feindlichen Gesetzen? Viele Urlauberinnen und Urlauber wollen lokale queere Communities unterstützen und echte Begegnungen erleben – jenseits von politischen Headlines.

Welche Risiken bestehen aktuell in Florida und Texas? Rechtliche Einschränkungen können die Sichtbarkeit einschränken, lokale Szenen sind jedoch vielerorts aktiv, wenn auch mit Gegenwind.

Gibt es Alternativen für Regenbogen-Reisen in den USA? Großstädte, sowohl in roten als auch blauen Bundesstaaten, bieten in der Regel sichere und offene Räume für queere Reisende.



Blick nach vorn: Reisen als Statement


Auf der Landkarte der USA erscheinen viele Regionen wenig einladend, doch Ranahan und zahlreiche Aktive zeigen: Wer reist, kann Brücken schlagen und Gemeinschaft stärken, gerade dort, wo Sichtbarkeit gebraucht wird. Ob Miami Beach oder Lafayette, queeres Leben kennt auch in „roten Staaten“ keine Grenzen – und jeder Besuch kann ein kleiner Akt der Solidarität sein.