Auf diesen Trick sollte man beim Buchen eines Hotelzimmers nicht hereinfallen
Credit: © TRAVELM.DE - istock drazen zigic

Auf diesen Trick sollte man beim Buchen eines Hotelzimmers nicht hereinfallen

Buchungsportale: Komfort mit Tücken

kk
kk
18. September 2026

Wer heutzutage ein Hotelzimmer sucht, klickt sich meist rasch durch die bekannten Buchungsportale – der günstigste Preis scheint nur ein paar Klicks entfernt. Doch hinter den digitalen Kulissen verbergen sich Tricks und Machtspiele, die Reisende teuer zu stehen kommen können. Neue Regelungen und eine Klagewelle gegen die Platzhirsche der Branche sorgen für Bewegung auf dem Markt – und bieten klugen Buchenden ungeahnte Sparchancen.


Buchungsportale: Komfort mit Tücken

Die meisten Reisenden starten ihre Suche nach einer Unterkunft auf populären Onlineportalen wie Booking.com oder HRS. Sie locken mit zahllosen Filtermöglichkeiten, Bewertungen und dem Gefühl, alle Optionen im Blick zu haben. Doch genau hier nimmt die Transparenz oft ein Ende: Die sogenannte „Bestpreisklausel“ zwang bislang viele Hotels, ihre Zimmer nirgendwo günstiger anzubieten als auf dem Portal – auch nicht auf der eigenen Website. Wer über das Internet bucht, verlässt sich häufig auf die Ergebnisse, die diese Plattformen ausspielen. Allerdings zeigen Portale ihre Treffer keineswegs neutral an: Kommissionen, bestimmte Marketingdeals und Algorithmen beeinflussen, welches Hotel wo erscheint. Eine Studie der Europäischen Kommission zeigte, dass bei identischen Reisedaten Preise auf verschiedenen Portalen um bis zu 15 Prozent schwanken können – der Vergleich lohnt sich also immer.

Mitunter tauchen während der Suche dramatische Warnungen wie „Nur noch ein Zimmer verfügbar“ oder „Viele Nutzer sehen sich dieses Angebot gerade an“ auf. Laut Verbraucherschutz sind das oft reine Marketinginstrumente, die Druck erzeugen sollen. Die tatsächliche Verfügbarkeit kann anders aussehen, denn viele Portale greifen nur auf ein Teilkontingent der Hotelzimmer zu.


Direktbuchung als Spartrick

Wer sich nicht unter Druck setzen lässt und einige Minuten zusätzlich investiert, hat beste Chancen auf einen besseren Deal. Die Stiftung Warentest rät explizit dazu, die Preise auf der offiziellen Hotelseite oder telefonisch mit dem Hotel zu vergleichen. Hinter den Kulissen bestätigt das auch eine aktuelle Umfrage unter Hoteliers: Viele Häuser bieten bei direkter Anfrage günstigere Tarife oder zusätzliche Leistungen wie ein Zimmer-Upgrade, Frühstück oder flexiblere Stornobedingungen. Die Abschaffung der Bestpreisklauseln innerhalb der EU – forciert durch den Digital Markets Act (DMA) – hat diese Entwicklung weiter beschleunigt. Nun dürfen Hotels ihre besten Preise endlich wieder selbst bestimmen.

Dazu kommt: Angebote, die auf Portalen bereits als „ausgebucht“ gelten, sind oft direkt beim Hotel noch verfügbar – das liegt an limitierten Abrufkontingenten. Besonders in gefragten Urlaubsregionen berichten Hoteliers, dass sie einen Teil ihrer Zimmer gezielt für Direktbucher zurückhalten.

„Wir können endlich wieder flexibler agieren – die Preisspirale der Portale hat viele Hotels in eine Zwangsjacke gesteckt“, erklärt Maria Lorenz, Präsidentin des Deutschen Hotelverbands. „Davon profitieren auch unsere Gäste, die wieder persönlichere Arrangements bekommen.“


Filtertricks und Marktmacht

Hat man sich für die Onlinebuchung entschieden, lohnt es sich, Suchfilter und Sortierungen bewusst einzusetzen. Die Voreinstellungen vieler Portale basieren auf bezahlten Platzierungen und nicht zwingend auf Qualität oder Fairness. Wer die Ergebnisse nach Gästebewertung oder Preis sortiert, bekommt eine realistischere Auswahl. Laut einer Untersuchung des Verbraucherzentrale Bundesverbands gaben 62 Prozent der befragten Kundinnen und Kunden an, durch gezieltes Filtern und Vergleichen schon mehrfach günstiger gebucht zu haben.

Parallel stehen die Marktführer selbst im Kreuzfeuer: Allein gegen Booking.com laufen europaweit Klagen von mehr als 10.000 Hotels, die Entschädigungen für die jahrelange Durchsetzung der Bestpreisklausel fordern. Die Summen, um die es dabei geht, sind enorm – Untersuchungen aus dem Jahr 2024 belegen, dass zwischen den Angeboten auf verschiedenen Plattformen für dieselbe Reise bis zu 6.600 Euro Differenz möglich sind. Viele Häuser hoffen, dass sich der Wettbewerb nun zugunsten der Verbraucher verschiebt.


Wandel in der Buchungslandschaft

Im Zuge des EU-Digitalgesetzes DMA steht der Hotelmarkt an einem Wendepunkt. Expertinnen und Experten erwarten, dass Preisvielfalt und Servicequalität davon profitieren werden. Schon jetzt berichten Portale wie Trivago, dass immer mehr User gezielt Hotelseiten ansteuern, bevor sie final buchen. Gleichzeitig wächst das Bewusstsein für die Tricks der Portale. Große Hotelketten bauen ihre Direktbuchungs-Programme aus, kleinere Häuser investieren in eigene Websites und Onlinepräsenz.

Für Reisende bedeutet das: Wer bereit ist, über den Tellerrand hinaus zu recherchieren, spart bares Geld und entdeckt mitunter sogar bessere Leistungen. Empfehlung von Reiseprofis ist es mittlerweile, mindestens zwei verschiedene Portale sowie die Hotelwebsite zu konsultieren und im Zweifel direkt telefonisch nachzufragen.

Weiterführende Informationen, aktuelle Angebote und rechtliche Tipps für Hotelbuchungen finden Sie bei Verbraucherzentralen, dem Deutschen Hotelverband und auf unabhängigen Vergleichsportalen.