Kroatien schafft Mautstationen ab: Ab 2027 digital
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Kroatien schafft Mautstationen ab: Ab 2027 digital

Weniger Stau Richtung Adria

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23. Juli 2026

Kroatien verabschiedet sich von klassischen Mautstationen: Ab März 2027 wird die Maut auf den kroatischen Autobahnen ausschließlich digital erfasst. Mit der Einführung des Systems „Crolibertas“ und modernster Kennzeichenerfassungskameras will das Urlaubsland das Reisen spürbar erleichtern – eine bedeutende Neuerung für Millionen von Urlauber*innen und Durchreisende, die regelmäßig den Weg an die dalmatinische Küste suchen.

Das Wichtigste im Überblick

  • Ab 1. März 2027 ersetzt ein digitales System die bestehenden Mautstationen in Kroatien.
  • 212 Mautportale mit 1744 Kameras erfassen künftig automatisch jedes Fahrzeug.
  • Zur Wahl stehen Kennzeichenregistrierung für PKW/Motorräder und eine verpflichtende Mautbox für Fahrzeuge über 3,5 t.
  • Bereits ab September 2026 beginnt die schrittweise Einführung, gestartet auf der A3 Zagreb–Lipovac.
  • Bis Ende Februar 2027 bleibt das alte Bezahlsystem auf den meisten Strecken erhalten.

Schrankenloses Reisen auf Kroatiens Autobahnen

Wer im Sommer gen Süden fährt, denkt meist an Sonne, Meer und entspannte Sandstrände – nicht aber an endlose Autoschlangen und hektisches Suchen nach Bargeld an Mautstationen. Doch diese Szenen werden für Reisende in Kroatien bald der Vergangenheit angehören. Mit dem neuen digitalen Mautsystem „Crolibertas“ installiert das Land auf den Schnellstraßen 212 Portale mit rund 1.744 Kameras, welche die Fahrzeuge durch automatische Kennzeichenerfassung erfassen – und das ohne Anhalten. Die Abrechnung erfolgt auf Basis der gefahrenen Strecke direkt über eine zuvor hinterlegte Zahlungsmethode.

Für PKW und Motorräder reicht es künftig, das Kennzeichen vor Fahrtantritt online zu registrieren und mit sofern gewünscht einer Kreditkarte oder Bankverbindung zu verknüpfen. Spontanreisende können sich an speziell eingerichteten Schnellregistrierungsspuren auf den Autobahnen erfassen lassen und dort eine Zahlungsmethode wählen. Wer ein Wohnmobil oder einen Kleinbus über 3,5 t steuert, muss auf ein elektronisches Mautgerät, das sogenannte ENC, zurückgreifen – für schwere Fahrzeuge wird das Pflicht.

Reiseservice ohne Warteschlange: So verändert sich die Urlaubsfahrt

Die Einführung der digitalen Maut bringt vor allem in den verkehrsreichen Sommermonaten enorme Vorteile. Bereits jetzt sorgen die bisherigen Mautstationen in Spitzenzeiten für kilometerlange Staus – laut offiziellen Angaben können neue Systeme die Durchfahrtszeit erheblich senken und damit das Unfallrisiko sowie den CO₂-Ausstoß reduzieren. Das neue System orientiert sich am erfolgreichen italienischen und portugiesischen Modell, das an Urlauber*innen bereits aus den letzten Jahren vertraut sein dürfte. Eine Übergangsphase bleibt: Bis Ende Februar 2027 bestehen die meisten Mautstationen parallel zum neuen Portalnetz. Die Umstellung startet im Herbst 2026 auf der A3, die besonders für Reisende aus Österreich und Deutschland relevant ist.

„Unsere Priorität liegt darin, Stau und Wartezeit deutlich zu verringern und ein modernes Reiseerlebnis für die Hauptsaison zu schaffen“, stellt der kroatische Verkehrsminister Oleg Butković klar.

Hintergrund zur Modernisierung und Blick nach Österreich

Kroatien folgt mit der Reform einem europäischen Trend. Nach Frankreich und Portugal ist das Land das erste in Südosteuropa, das komplett auf digitale Lösungen umstellt. Der Schritt ist auch wirtschaftlich bedeutend: Im Jahr 2023 fuhren laut ADAC über 19 Millionen Tourist*innen über das kroatische Autobahnnetz, vor allem aus Deutschland, Österreich, Italien und Tschechien. Auch Österreich modernisiert parallel sein System: Ab Februar 2027 entfällt die Klebevignette, die neue Digitale Vignette kann künftig ausschließlich online oder an Automaten erworben werden.

Am Horizont stehen somit weitere Reiseerleichterungen für Mitteleuropäer*innen, die auf Achse in den Süden wollen.

Was Reisende jetzt beachten sollten

Die vollständige Umstellung in Kroatien erfolgt nach einer Testphase. Die Plattformen für Kennzeichenregistrierung und Mautbox-Bestellung werden rechtzeitig bereitgestellt. Wer im Sommer 2026 Kroatien passiert, nutzt auf den meisten Strecken noch das bekannte System – eine kurzfristige Umstellung erwartet erst ab Herbst die ersten Fahrer*innen auf der A3.

Mit der Digitalisierung der Maut läutet Kroatien eine neue Ära für das Reisen in Südosteuropa ein – und schafft Schritt für Schritt die grundlegendste Hürde auf der Fahrt an die Adria ab: das Stoppen am Mautschalter.