
London: Legendäre G-A-Y-Bar zu queerem Zentrum umgebaut
Neuer Treffpunkt für die Szene
Soho in London erlebt gerade eine kulturelle Renaissance: Der legendäre G‑A‑Y Bar auf der Old Compton Street, der im Oktober 2025 nach 25 Jahren seine Türen schloss, ist jetzt wiederbelebt – als mehrstöckiges queeres Zentrum namens Coven: Headquarters. Dieses neue Haus steht nicht nur für Nostalgie, es markiert auch einen mutigen Neuanfang, der die LGBTIQ+-Community im Herzen Sohos wieder belebt.
Das Wichtigste im Überblick
- Abschluss der G‑A‑Y Bar am 5. Oktober 2025 nach einem Ausblick auf sinkende Besucherzahlen und hohe Mieten.
- Gründung von Coven: Headquarters, das am 19. Juni 2026 in diesem Gebäude eröffnete – eine fünfstöckige, queer-zentrierte Veranstaltungsfläche.
- Gründer Matthew Jacobs Morgan war zuvor Betreiber eines queeren Pop-up-Events in Hackney Wick und machte Coven zum ersten dauerhaft betriebenen, Black-owned queeren Raum in London seit den 1970ern.
Die Rückkehr queer-kultureller Strahlkraft
Nach dem Rückzug der G‑A‑Y Bar gab es eine spürbare Lücke in Soho, über die Besitzer Jeremy Joseph öffentlich klagte – die Gegend habe „ihre LGBTQ‑Identität verloren“. Umso erstaunlicher ist der Neubeginn: Coven: Headquarters erstreckt sich über fünf Etagen und verbindet Nachtclub, Performance‑Venue und Tages‑Community‑Raum in einem. Im Zentrum des Hauptraums steht ein klassischer Brunnen, der mit Büchern zur queeren Geschichte gefüllt ist – ein symbolischer und architektonischer Blickfang.
Ein gemeinnütziges, queeres Kreativzentrum
Nachts bietet Coven Live‑Musik, DJ‑Sets und Kabarett; tagsüber verwandelt sich der Ort in ein Café und kreativen Salon – ideal für LGBTIQ+-Kreative, die sonst isoliert zu Hause arbeiten. Gründer Morgan beschreibt das Ziel so: Menschen sollen sich „gehalten, geliebt und Teil von etwas Größerem“ fühlen. Über Pride feierte das offen queer-fokussierte Haus seine Eröffnung mit einer von der Community organisierten Party, die mit tatkräftiger Hilfe von Freiwilligen und Künstlerinnen sowie Künstlern praktisch in Eigenregie umgesetzt wurde.
Historischer Hintergrund in Kürze
Soho ist seit den 1960er Jahren ein zentraler Ort für queere Gemeinschaften in London – etwa durch Treffpunkte wie den Admiral Duncan Pub oder Comptons of Soho. Der Verlust der G‑A‑Y Bar war ein bitterer Einschnitt in dieses kulturelle Gefüge. Coven setzt nun an dieser Geschichte an und bringt ein dringend benötigtes neues Zentrum für queeres Leben in Soho zurück.
Wohin geht es als Nächstes?
Coven steht noch am Anfang seiner Reise. Die kommenden Monate werden zeigen, wie sich das Veranstaltungsprogramm etabliert und ob der Ort langfristig zu einem pulsierenden Anker für queeres Leben im Herzen Londons wird. Der politische Kontext bleibt bestehen: Die Stadt und ihre Kulturbehörden – etwa über das „Culture at Risk Office“ – beobachten weiterhin die Zukunft solcher Räume. So steht der neue Weg für Soho als queer-freundliches Zentrum auf dem Prüfstand, zugleich aber auch voller Hoffnung und dynamischer Kreativität.

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