
LGBTIQ+-Reisende setzen stärker auf Boutiquehotels
Sicherheit im Fokus
Das Reiseverhalten von LGBTIQ+--Menschen hat sich im Laufe der Zeit sehr verändert: Immer wichtiger werden authentische Begegnungen, Boutiquehotels statt großer Ketten, hochwertige Wellness‑ und Kulinarikerlebnisse sowie sichere, diskriminierungsfreie Reiseatmosphären.
Das Wichtigste im Überblick
- 74 % der LGBTIQ+-Reisenden in Deutschland achten bei der Auswahl ihres Reiseziels besonders auf Sicherheit und Wohlbefinden.
- Nur 31 % der LGBTIQ+---Reisenden weltweit geben an, beim Reisen geoutet zu sein - viele verbergen ihre Identität, um diskriminierungsfreie Reiseziele zu genießen.
- 84 % der deutschen Befragten verstehen ihre Zugehörigkeit zur Community als Quelle von Selbstbewusstsein beim Reisen.
Authentische Reisepräferenzen und sichere Atmosphäre
Individuelle Rundreisen, hochwertige Kreuzfahrten und Städtereisen rund um Pride‑Events sind aktuell besonders gefragt. Spanien (inklusive Balearen), Griechenland, Thailand und Südafrika zählen zu den beliebtesten Zielen. Es zeichne sich auch ein klarer Trend zu Boutiquehotels ab, die eine persönlichere, sicherere Umgebung bieten – passend zur wachsenden Nachfrage nach Reisen, bei denen man sich als LGBTIQ+-Reisende und Reisender selbst treu sein kann.
Identität, Zurückhaltung und Sicherheit
Die aktuelle Booking.com‑Studie zeigt, dass nur etwa ein Drittel der LGBTIQ+-Reisenden sich auf ihren Reisen „out“ fühlt. Fast 40 % sind bereit, ihre Identität zu verschleiern, um Traumziele zu erreichen, ohne sich unsicher zu fühlen. Gleichzeitig empfinden viele LGBTIQ+-Reisende ihre Zugehörigkeit zur Community als Quelle von Selbstbewusstsein – 69 % in Deutschland sagen, dass ihre Identität sie selbstsicherer macht.
Wandel in Buchungsverhalten und Marktstruktur
Das wachsende Bedürfnis nach sicheren, individuellen Reiseangeboten führt dazu, dass spezialisierte Anbieter wie zum Beispiel Pink Cloud immer wichtiger werden. Ihre Kundinnen und Kunden reisen zu rund 60 % als Paar, aber Solo‑Reisen und Reisen in kleinen Freundesgruppen gewinnen deutlich an Bedeutung. Besonders stark vertreten sind die Altersgruppen zwischen 35 und 65 Jahren. Die LGBTIQ+‑Community investiert zudem überdurchschnittlich viel in Reisen und prägt damit den Markt.
Hintergrund: Globale Sicherheitsanforderungen
Die Booking.com‑Studie untermauert, dass Sicherheit ein zentrales Auswahlkriterium ist: 74 % der deutschen LGBTIQ-Reisenden betrachten Wohlfühlfaktoren als entscheidend, verglichen mit 60 % im Jahr 2022. Der Wunsch nach Inklusivität beeinflusst auch die Wahl von Reiseanbietern: Rund 55 % bevorzugen Marken, die von Personen aus der Community geführt werden.
Blick nach vorn: Die nächste Reiseform im Fokus
Reiseexpertinnen und Reisexperten wie Patrick Zimmerling von Pink Cloud sehen eine klare Entwicklung hin zu Angeboten, die Sicherheit, Identitätsfreundlichkeit und Erlebnis vereinen. Die Branche wird künftig stärker darauf achten müssen, queerfreundliche Erlebnisse zu schaffen, die gleichzeitig authentisch, individuell und sicher sind.
Mit dem zunehmenden Wunsch nach Selbstbestimmung und Offenheit wird nächsten Schritten zufolge vor allem entscheidend sein, wie Reiseanbieter diese Bedürfnisse verbinden – und wie Städte und Regionen reagieren, die ihre LGBTIQ+‑Unterstützung sichtbar machen wollen.

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