Saudi-Arabien wirbt vor WM 2034 um LGBTIQ+-Fans
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Saudi-Arabien wirbt vor WM 2034 um LGBTIQ+-Fans

Rechte bleiben weiter tabu

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15. Juli 2026

Saudi-Arabien signalisiert eine gezielte Öffnung gegenüber LGBTIQ+-Besucherinnen und -Besuchern im Vorfeld der Fußball-Weltmeisterschaft 2034 – trotz weiter bestehender strafrechtlicher Verbote.


Das Wichtigste im Überblick

  • Die offizielle Tourismuswebseite Visit Saudi beantwortet die Frage „Are LGBT visitors welcome to visit Saudi Arabia?“ mit: „Everyone is welcome. Visitors are not required to disclose personal details.“ 
  • Die US-amerikanische LGBTIQ+-Reisegesellschaft VACAYA plant für Frühjahr 2027 eine „Arabian Nights“-Kreuzfahrt ab Dschidda, die Besucherinnen und Besuchern aller Identitäten offensteht. 
  • Funktionäre wie der Chef des saudischen Fußballverbandes, Yasser Al‑Misehal, versicherten bereits 2023, bei der WM 2034. „everyone will be welcome“ – auch LGBTIQ+-Fans.


Öffnung für Besucherinnen und Besucher

Die saudische Tourismusbehörde hat ihre Online-FAQs erweitert: Darin heißt es ausdrücklich, LGBTIQ+ -Personen seien willkommen und würden bei der Einreise nicht nach persönlichen Details gefragt. Dieser Hinweis signalisiert einen Wandel in der Außenkommunikation, ohne dass bestehende strafrechtliche Vorgaben geändert worden wären. 

Zugleich unterstützt die Ankündigung der „Arabian Nights“-Kreuzfahrt durch VACAYA die Botschaft: Saudi-Arabien präsentiert sich als zunehmend touristenfreundliches Land, auch gegenüber LGBTIQ+-Reisenden – als Teil der strategischen Imageförderung im Zuge des Vision‑2030-Plans. 


Zusicherungen von Amtswegen

Yasser Al‑Misehal, Präsident des saudischen Fußballverbandes, bekräftigte im Dezember 2023 in einem Interview, dass alle Fans, unabhängig von sexueller Orientierung, willkommen seien. Er betonte zudem, dass bei der Einreise nur Identität und Nationalität relevant seien.

Zusätzlich erklärte bereits 2025 Saudis Botschafter im Vereinigten Königreich, Prinz Khalid bin Bandar bin Sultan Al Saud, dass bei der WM 2034 „everyone is welcome“ sei. Er wies auch darauf hin, dass es weder Alkohol noch Veränderungen an der saudischen Kultur geben werde – aber Gäste willkommen seien, sofern sie sich an lokale Gepflogenheiten halten. 


Hintergrund: Straffreiheit im Widerspruch zur Realität

Obwohl diese Zusagen touristische Offenheit suggerieren, bleibt Homosexualität in Saudi-Arabien illegal und kann mit samtiger Strafe bis hin zur Todesstrafe geahndet werden. Aktivisten wie Tariq bin Aziz, der wegen „Förderung von Homosexualität“ inhaftiert wurde und mittlerweile im Exil lebt, verdeutlichen die wechselseitige Ungleichheit: Während queere Touristinnen und Touristen offen angesprochen werden, bleibt die Rechtslage für saudische LGBTIQ+-Personen unverändert repressiv. 

Amnesty International kritisiert, dass trotz der offiziellen Willkommensbotschaft keine rechtlichen Schutzvorkehrungen für LGBTIQ+-Personen bestehen. Diskriminierung bleibt im Gesetz verankert, während öffentliches Zugehörigkeitsaussagen kriminalisiert sind. 


Ausblick: Willkommen, aber im Rahmen einer „Bubble“

Die angestrebte WM-20234-Präsenz formt ein gezielt gesteuertes Besucherinnen- und Besuchererlebnis. Menschenrechtsaktivistinnen und Menschenrechtsaktivisten warnen davor, dass Gäste in einer kontrollierten „Bubble“ leben könnten, die von der alltäglichen Realität saudischer LGBTIQ+--Bürgerinnen und Bürger stark abweicht. 

Ob die versprochenen Freiheiten für Besucherinnen und Besucher tatsächlich umgesetzt werden oder ob sie Teil einer rein imagepolitischen Strategie sind, bleibt eine zentrale Frage für die zukünftige Berichterstattung.