
Thailand als Drehort: Internationale Produktionen stärken Tourismus
Filmtourismus fördert Wirtschaft
Die Sonne taucht üppige Dschungellandschaften in goldenes Licht, leise brechen Wellen an feinsandigen Küsten, exotische Tempel spiegeln sich im Wasser – Thailand, einst vor allem Geheimtipp für Entdecker, wird heute immer häufiger zur spektakulären Kulisse internationaler Filmhits. Blockbuster wie „Jurassic World: Die Wiedergeburt“ und Serienhighlights wie „The White Lotus“ lassen das südostasiatische Land im Rampenlicht erstrahlen. Und nicht nur Hollywood ist begeistert: Immer mehr Produktionen, Festivals und Fans folgen den Spuren der Stars zu jenen Orten, die Erwartungen übertreffen und Träume für Reisende wahr werden lassen.
Thailands Kulissen als Hollywood-Magnet
Schon früh erkannten Filmemacher das Potenzial der thailändischen Szenerien. Doch in den letzten Jahren hat sich eine neue Dynamik entwickelt: Neben spektakulären Naturkulissen sind es nun auch wirtschaftliche Anreize und ein internationales Netzwerk erfahrener Partner, die Regisseure und Produktionsfirmen aus aller Welt anziehen. Ein Beispiel aus der jüngeren Filmgeschichte: Für das „Jurassic World“-Abenteuer verwandelten sich die Regenwälder der südlichen Region Krabi ins Urzeitparadies. In Interviews schwärmte Hauptdarstellerin Scarlett Johansson von der fast unwirklichen Schönheit, die man live erleben muss.
Mit der weltweiten Pandemie kam der internationale Tourismus zwar zeitweise zum Erliegen, doch gerade die Filmindustrie verschaffte dem Land in dieser Zeit neue Impulse. Der neu eröffnete „Jurassic World: The Experience“-Freizeitpark in Bangkok setzt gezielt auf Kinofans und Familien. Damit lebt auch der Trend des „Set-Jetting“ auf: Immer mehr Reisende wählen ihr Ziel anhand berühmter Drehorte, um auf den Spuren ihrer Leinwandhelden zu wandeln – ein Phänomen, das längst über Hollywood hinausreicht.
Wirtschaftlicher Aufwind durch die Kamera
Was für viele Cineastinnen und Cineasten eine Traumreise ist, bedeutet für die lokale Wirtschaft einen spürbaren Aufschwung. Thailand lockt zudem mit einem umfassenden Cashback-Programm: Bis zu 30 Prozent der inländischen Produktionskosten können ausländische Filmteams zurückerhalten. Vor allem Filme aus Indien, Südkorea und China nehmen dieses Angebot wahr, doch auch Hollywood kehrt immer wieder zurück.
Der Erfolg ist messbar: In der ersten Hälfte des Jahres 2025 wurden allein 279 ausländische Filme ganz oder teilweise im Land produziert – das spülte 2,8 Milliarden Baht (rund 75 Millionen Euro) in die Kassen. Neben Bangkok und Hua Hin, bekannt aus Streifen wie „The Creator“ (2024) und „The Greatest Beer Run Ever“ (2023), kommen vor allem Trauminseln wie Koh Samui und Koh Phi Phi in den Fokus.
Das Erfolgsmodell beruht nicht nur auf finanziellen Vorteilen, sondern auch auf einer breiten Palette unterschiedlichster Locations: Von pulsierenden Großstädten und märchenhaften Tropenstränden bis zu archaischen Felsformationen und faszinierenden Tempelanlagen findet hier jede Geschichte ihr passendes Setting. Die Vielfalt macht Thailand für Produktionen jeder Couleur attraktiv – vom Historiendrama über den Actionfilm bis zur Liebeskomödie.
Die Magie berühmter Drehorte
Einige thailändische Schauplätze sind längst Legendenstatus erreicht. Die prägnante „James-Bond-Insel“, auf der Roger Moore 1974 als 007 ermittelte, zieht nach wie vor Scharen von Abenteuerlustigen an. Der Oscar-Film „The Killing Fields“ (1984) verlieh dem heutigen Centara Grand Beach Resort & Villas Hua Hin internationalen Glanz, und „The Beach“ mit Leonardo DiCaprio machte die Maya Bay über Nacht zum Sinnbild unberührter Natur – mit Folgen: Bis zu 6000 Gäste strömten zeitweise täglich dorthin, bis Umweltschäden 2018 eine Schließung notwendig machten. Heute sind Zugänge streng geregelt und der Schutz sensibler Ökosysteme steht im Vordergrund.
Serienhits stellen die Szene auf ein neues Level: Die dritte Staffel von „The White Lotus“ wurde unter anderem auf Koh Samui gedreht. Die Folge: Die Nachfrage nach Unterkünften auf der Insel stieg laut Branchenberichten um 10 bis 30 Prozent, und Ortsnamen, die zuvor nur Insidern bekannt waren, wurden zu weltweiten Sehnsuchtsorten.
„Thailand bietet eine einzigartige Vielfalt an Kulissen in Kombination mit außergewöhnlichem Preis-Leistungs-Verhältnis. Hinzu kommen reiche Kultur und professionelle Produktionspartner – das macht uns so reizvoll für internationale Filmteams“, beschreibt Jurairat Mongkolwongsiri von Centara Hotels & Resorts die Anziehungskraft.
Gleichzeitig greifen Regierungsinitiativen und lokale Organisationen ein, um negative Effekte wie Overtourism oder Umweltschäden zu begrenzen. So gilt etwa für das Betreten der berühmten Maya Bay eine Ticketpflicht und bald sogar Gesichtskontrolle, um die Zahl der Besucher besser zu steuern.
Zukunftstrend Set-Jetting und nachhaltiger Tourismus
Der Hype um Thailand als Filmparadies scheint ungebrochen. Immer neue Projekte entstehen, weitere Blockbuster-Produktionen sind angekündigt. Branchenexperten erwarten nach den Erfolgen von „Jurassic World“ und „White Lotus“ ein anhaltendes Wachstum. Für das Land selbst birgt dies Chancen, aber auch Verantwortung: Nur mit nachhaltigen Strategien können die natürlichen und kulturellen Schätze erhalten werden.
Gleichzeitig locken gezielte Investitionen – vom Freizeitpark über neue Studios bis hin zu digitalen Technologien – zusätzliche Besuchergruppen an und stützen so die erfolgreiche Entwicklung des Standorts. Der Blick auf die kommenden Jahre zeigt: Thailand bleibt nicht nur als Reiseziel, sondern auch als Leinwand für große Geschichten und unvergessliche Momente gefragt.
Weiterführende Informationen: Reputable Organisationen wie das thailändische Fremdenverkehrsamt, das Thai Film Office oder die UNESCO bieten weiterführende Ressourcen zum nachhaltigen Reisen und Filmtourismus in Thailand.

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