
USA verlieren für queere Reisende deutlich an Sicherheit
Trans* Personen besonders betroffen
USA verlieren für queere Reisende deutlich an Sicherheit: Ein neues Update der LGBTQ+ Risk Map, präsentiert auf der ITB Berlin im August 2026, nennt Malta, Island, die Niederlande, Kanada und Spanien erneut als die sichersten Reiseziele für queere Touristinnen und Touristen weltweit. Dagegen hat sich die Lage in den Vereinigten Staaten aus Sicht von Fachleuten und Reisenden drastisch verschlechtert. Besonders trans* Personen seien neuen Unsicherheiten ausgesetzt, wie aus der Befragung internationaler Expertinnen und Experten durch A3M Global Monitoring hervorgeht.
Das Wichtigste im Überblick
- Die aktuelle LGBTQ+ Risk Map ordnet Malta, Island, Niederlande, Kanada und Spanien als weltweit sicherste Länder ein.
- In den Vereinigten Staaten sank der Anteil der Befragten, die gesellschaftlichen Respekt gegenüber queeren Menschen wahrnehmen, von 35 auf 17 Prozent.
- Immer weniger LGBTIQ+-Personen fühlen sich in den USA sicher, Hassverbrechen zur Anzeige zu bringen.
- Deutschland zeigt starke Unterschiede zwischen urbanen, queerfreundlichen Städten und ländlichen, weniger toleranten Regionen.
- Die Karte basiert auf Befragungen von Reiseexpertinnen und Reiseexperten sowie lokalen LGBTIQ+-Organisationen.
Fortschritte in Europa und neue Hoffnungsträger
In der neuen Karte finden sich nicht nur altbekannte Favoriten wie Malta oder Kanada unter den sichersten Zielen. Auch Botswana und St. Lucia haben aufhorchen lassen: Botswana strich als eines der wenigen afrikanischen Länder alle Gesetze gegen gleichgeschlechtliche Handlungen, während St. Lucia im Mai 2025 mit einer bemerkenswerten Gerichtsentscheidung nachzog. Chinas Oberster Gerichtshof sprach sich im Mai 2026 erstmals gegen Diskriminierung aufgrund von Sexualität oder geschlechtlicher Identität aus. Solche Entwicklungen verleihen der Hoffnung Nahrung, dass gesellschaftlicher Wandel auch außerhalb Europas an Fahrt aufnimmt.
Verschlechterung der Reisefreiheit in den USA
Das jüngste Update der Risk Map rückt eine Entwicklung in den Vordergrund, die viele queer Reisende beunruhigt: Die Vereinigten Staaten, lange als vergleichsweise sicheres Reiseziel angesehen, verlieren rapide an Vertrauen bei queeren Touristinnen und Touristen. Dies zeige sich, so A3M Global Monitoring, besonders deutlich nach der erneuten Amtsübernahme von Donald Trump im Jahr 2025. Der Anteil der Expertinnen, die gesellschaftlichen Respekt gegenüber queeren Menschen wahrnehmen, halbierte sich. Trans* Personen begegneten schärferen Einschränkungen und erlebten Unsicherheit bei Einreise, Dokumenten und der Nutzung öffentlicher Einrichtungen. Auch die Bereitschaft, Hassverbrechen zu melden, ging weiter zurück.
Deutschland: Inseln der Sichtbarkeit und ländliche Schatten
Deutschland bleibt für Reiseinteressierte ein Land der Gegensätze. Während kosmopolitische Städte wie Berlin, Hamburg und Köln eine lebhafte, offene LGBTIQ+-Szene bieten, warnen Expertinnen vor homophoben und transphoben Umfeldern außerhalb der Metropolen. Nach Angaben von A3M Global Monitoring gibt es in jedem Land No Go Areas für queere Menschen – doch selten sind Stadt und Land derart kontrastreich wie in der Bundesrepublik. Wer eine sichere Reise plant, sollte also lokale Empfehlungen und Kenntnisse heranziehen.
Weiterentwicklung der LGBTQ+ Risk Map
Die Risk Map basiert laut Angaben von A3M auf Gesprächen mit lokalen Organisationen und auf Aussagen von internationalen Reiseprofis. Die Einschätzungen fragen gezielt nach öffentlicher Zuneigung, dem Verhalten der Polizei sowie gesellschaftlichen Stimmungen in Tourismuszentren. Die nächste Aktualisierung ist für das zweite Quartal 2027 auf der ITB Berlin vorgesehen. Damit bleibt das Ranking ein wertvolles Instrument für Reisen und Beratungen – und gibt Anstoß, gezielt jene Regionen zu entdecken, in denen Offenheit mehr ist als ein touristisches Versprechen.

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