All-Inclusive verliert trotz Boom an Reiz
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All-Inclusive verliert trotz Boom an Reiz

Mehr Lust auf Individualreisen

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24. August 2026

Schon beim ersten Blick auf das Hotelgebäude fällt auf: Alles ist exakt platziert, kalkuliert im Detail. Der Reiz all‑inclusive‑Angebote liegt in dieser klaren Komfortzone – und doch immer mehr Reisende beschließen, sich nicht mehr auf dieses sichere Konzept einzulassen.


Das Wichtigste im Überblick

  • All-inclusive bleibt beliebt: Besonders Gen Z und Millennials schätzen kalkulierbare Kosten, Rundum-Service und stressfreie Urlaubsangebote. 61 Prozent der befragten Gen Z-Reisenden bevorzugen laut Expedia All-inclusive-Hotels.
  • Doch die Kritik wächst: Für immer mehr Reisende wirken große Resortanlagen anonym und abgeschottet – Land und Kultur werden ihrer Ansicht nach kaum wirklich erlebt.
  • Individualreisen gewinnen an Bedeutung: Konzepte wie „Multistop Holidays“, Wandertouren und naturorientierte Reisen stehen für mehr Freiheit, spontane Entdeckungen und authentische Erlebnisse.
  • All-inclusive hat weiterhin seine Berechtigung: Besonders Familien und Menschen, die vor allem entspannen möchten, profitieren vom Komfort und der Planbarkeit.
  • Der Reisetrend verschiebt sich: Für viele, darunter auch Teile der LGBTIQ+-Community, zählen Persönlichkeit, Individualität und echte Begegnungen zunehmend mehr als Buffets und Hotelpools.


All-Inclusive-Boom

In den letzten Monaten zeigen Reiseanbieter und Studien unübersehbar: All‑inclusive erfreut sich weiterhin großer Beliebtheit. Besonders unter jungen Menschen wie Gen Z und Millennials wächst das Interesse – in einer Expedia‑Umfrage befürworteten 61 Prozent der Gen Z‑Reisenden All‑inclusive‑Hotels deutlich gegenüber anderen Unterkunftsarten, weil sie das Rundum‑Sorglos‑Paket mit Entspannung und gutem Service verbinden. Auch laut einer TUI‑Erhebung bleibt All‑inclusive das beliebteste Verpflegungsmodell: Bei den 18‑ bis 24‑Jährigen liegt der Anteil bei etwa 38 Prozent.

Die Zahlen beeindrucken, aber sie erzählen nur einen Teil der Geschichte. Die Verlockung liegt in der Sicherheit: kalkulierbare Kosten, Kinderservice, verfügbare Buffets rund um die Uhr. Bislang reichte das — heute empfinden es viele als Falle großer Betonklötze an anonymen Küsten, in denen das Ausland auf ein Hotelareal schrumpft. Die Möglichkeit, das Land wirklich zu entdecken, bleibt oft auf Souvenir‑Ausflüge und Wasserpark‑Tage beschränkt – das sind jedenfalls vielfache Erfahrung von Urlauberinnen und Urlauber beispielsweise in Ägypten und Tunesien.


Lust auf Individualreisen wächst

Statt im Dorfmarkt zu schlendern oder beim Plausch im Café neue Seiten einer Kultur zu entdecken, fühlen sich viele mittlerweile eingesperrt – im Konsum‑Käfig. Unterdessen boomen Konzepte wie „Multistop Holidays“ oder naturzentrierte Reisen – wo mehrere Ziele verbunden oder Wanderrouten in stillen Landschaften abseits der Masse im Fokus stehen. Genau das ist die Sehnsucht vieler Individualreisender: spontane Erkundungen statt vorprogrammierter Abläufe.

Gerade für Familien oder Menschen, die wirklich abschalten wollen, kann All‑inclusive sinnvoll sein. Doch für eine wachsende Gruppe – darunter auch große Teile der LGBTIQ+-Szene – steht Individualität über Bequemlichkeit. Auch Booking.com weist darauf hin: Immer mehr Deutsche suchen bewusst nach Reisen, die Persönlichkeit ausdrücken – ohne standardisierte Abläufe.

All‑inclusive ist nicht verschwunden, es wird nur zunehmend in Frage gestellt von einem Reisetrend, der Freiheit, echte Erlebnisse und Authentisches über das reine Hotel‑Sorglos‑Paket stellt. Für viele bedeutet das: Ran an Straßen, Märkte und Pfade, nicht an Buffets und Pools.

Ob ich man damit im Mainstream liegt? Wohl nicht mehr. Aber es ruft die Welt – außerhalb der Resorts.