
Fünf Euro Eintritt: Hamburg rechnet mit weniger Besuchern auf der Elbphilharmonie-Plaza
Kostenloser Zugang endet
Nach fast zehn Jahren kostenlosem Zugang wird der Besuch der Plaza der Hamburger Elbphilharmonie ab dem 5. Oktober kostenpflichtig. Erwachsene müssen künftig fünf Euro zahlen, ermäßigt kostet der Eintritt drei Euro. Die Stadt erhofft sich dadurch zusätzliche Einnahmen und möchte damit den Hamburger Kulturhaushalt entlasten.
Das Wichtigste im Überblick:
- Ab 5. Oktober kostet die Elbphilharmonie-Plaza Eintritt: fünf Euro regulär, drei Euro ermäßigt. Konzertbesucherinnen und Konzertbesucher haben den Zugang weiterhin über ihr Ticket inklusive.
- Deutlicher Besucherrückgang erwartet: Die Betreiber rechnen mit 25 bis 30 Prozent weniger Besucherinnen und Besuchern – bis zu 660.000 Menschen könnten künftig wegbleiben.
- Hamburg erwartet Millionen-Einnahmen: Rund 6,4 Millionen Euro brutto pro Jahr sollen durch die Tickets eingenommen werden. Nach bisherigen Zuschüssen blieben rechnerisch etwa 2,8 Millionen Euro zusätzlich.
- Kritik an der Maßnahme: Die Linke bemängelt fehlende Transparenz und wirft dem Senat vor, zur Entlastung des Kulturetats den Besuch für Hunderttausende unattraktiver zu machen.
Kommen nun weniger zu Elphi?
Gleichzeitig stellt sich die Frage, wie stark die neue Gebühr die Besucherzahlen beeinflussen wird. Die Betreiber der Elbphilharmonie rechnen mit einem Rückgang von etwa 25 bis 30 Prozent. Das würde bedeuten, dass jährlich zwischen 550.000 und 660.000 spontane Besucherinnen und Besucher ausbleiben könnten. Trotzdem werden weiterhin rund 1,5 Millionen Menschen pro Jahr auf der Aussichtsplattform erwartet.
Für Hamburg geht es bei der Einführung des Eintritts vor allem um Geld. Der Senat kalkuliert mit jährlichen Bruttoeinnahmen von rund 6,4 Millionen Euro. Bisher zahlte die Stadt etwa 3,6 Millionen Euro pro Jahr an die Betreibergesellschaft, damit die Plaza kostenlos zugänglich bleiben konnte. Nach Abzug dieser Summe würden der Stadt rechnerisch rund 2,8 Millionen Euro zusätzlich zur Verfügung stehen. Dieses Geld soll unter anderem dazu beitragen, Kürzungen bei anderen Kultureinrichtungen zu vermeiden.
Kritik an den Kosten
Die Linken-Kulturpolitikerin Marie Kleinert kritisiert die Pläne. Ihr fehlt eine konkrete und transparente Erklärung dafür, wie die Einnahmen verwendet werden. Außerdem hält sie es für problematisch, dass die Stadt für die Haushaltsentlastung einen erheblichen Besucherrückgang in Kauf nimmt.
Der Betreiber verweist dagegen darauf, dass die Nachfrage nach der Plaza seit Jahren konstant hoch sei. Einen deutlichen Besucherzuwachs habe es zuletzt ohnehin nicht gegeben. Im ersten Halbjahr 2025 wurden nur wenige Tausend Besucher mehr gezählt als im entsprechenden Zeitraum der Jahre 2024 und 2026.
Seit ihrer Eröffnung Ende 2016 entwickelte sich die 37 Meter hoch gelegene Plaza zu einem der beliebtesten Wahrzeichen Hamburgs. Im ersten Jahr kamen mehr als drei Millionen Menschen. Im vergangenen Jahr besuchten über 2,2 Millionen Menschen die Plattform, um den Blick über Hafen und Stadt zu genießen. An besonders stark frequentierten Tagen wurden bis zu 17.000 Besucher gezählt. Für Konzertgäste bleibt der Plaza-Besuch im Eintrittspreis der Veranstaltungen enthalten.
Mit der neuen Regelung folgt Hamburg einem Trend: Auch andere bekannte Sehenswürdigkeiten verlangen inzwischen Eintritt. Im Kölner Dom etwa müssen Touristen seit Juli zwölf Euro für den Besuch des Innenraums zahlen, während Gottesdienste weiterhin kostenlos besucht werden können.

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