So erkennt man Fake-Bewertungen bei Google
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So erkennt man Fake-Bewertungen bei Google

Mehr Transparenz für Urlauberinnen und Urlauber

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26. August 2026

Urlauberinnen und Urlauber aufgepasst! So erkennt man leicht Fake-Bewertungen bei Google. Seit Ende April 2026 zeigt Google Maps in Deutschland bei manchen Unternehmensprofilen an, wie viele Bewertungen in den letzten zwölf Monaten aufgrund von Diffamierungsbeschwerden nach deutschem Recht entfernt wurden – und zwar in Form einer Bandbreite wie „21 bis 50“ oder „101 bis 150 entfernter Bewertungen“. Diese Transparenzmaßnahme ist Teil einer Initiative, Nutzerinnen und Nutzern einen Kontext zur Glaubwürdigkeit von Profilbewertungen zu liefern, ohne dass die Löschung das Ranking oder die sichtbare Sternebewertung verändert.


Das Wichtigste im Überblick

  • Google schafft mehr Transparenz: Seit Ende April 2026 zeigt Google Maps bei einigen Unternehmensprofilen, wie viele Bewertungen innerhalb der vergangenen zwölf Monate wegen angeblicher Diffamierung nach deutschem Recht entfernt wurden.
  • Deutschland ist Spitzenreiter: Rund 99,97 Prozent der entsprechenden Löschungen auf Google Maps stammen laut einer Analyse aus Deutschland – Unternehmen können die Entfernung von Rezensionen vergleichsweise leicht beantragen.
  • Sterne allein reichen nicht: Ein Restaurant oder Café mit fünf Sternen kann trotzdem viele gelöschte Bewertungen aufweisen. Die neue Anzeige soll Reisende deshalb dazu bringen, Bewertungen kritischer und differenzierter zu betrachten.
  • Besonders interessant für LGBTIQ+-Reisende: Der Hinweis kann ein zusätzliches Warnsignal sein, wenn negative Erfahrungen oder kritische Bewertungen möglicherweise durch Löschanträge aus dem Bewertungsbild verschwunden sind.
  • Noch offen für andere Länder: Ob Google die Transparenzfunktion international ausweitet und ob Plattformen wie Booking oder Tripadvisor nachziehen, ist derzeit unklar.


In Deutschland werden mehr Anträge auf Löschung wegen vermeintlicher Diffamierung gestellt als in jedem anderen EU-Land – laut einer Analyse stammen 99,97 Prozent aller Defamierungslöschungen auf Google Maps aus Deutschland. Das liegt daran, dass nach deutschem Recht Unternehmen oft sehr schnell durchsetzen können, dass Rezensionen gelöscht werden – etwa indem sie behaupten, der Verfasser oder die Verfasserin sei kein tatsächlicher Kunde. Dazu bedarf es nicht zwingend eines konkreten Belegs für falsche Tatsachenbehauptungen.


Ein überraschender Blick hinter die Sterne

Für Reisende entfaltet dieses Feature eine neue Dimension der Orientierung. Die Sternebewertung alleine reicht nicht mehr aus. Ein scheinbar perfekt bewertetes Café oder Restaurant kann durch die Anzeige „51 bis 100 Bewertungen entfernt“ in ein anderes Licht rücken – dann beginnt die Reiseempfehlung eher mit Misstrauen als mit Vorfreude.

Eine Datenanalyse in München zeigte: Von 1 764 getesteten Orten wiesen 276 einen Hinweis auf entfernte Bewertungen auf. Trotzdem hatten viele andere Plätze keinen solchen Hinweis – trotz hoher Gesamtbewertung. Die Bandbreiten reichen dabei bis zu „201–250“ oder sogar „über 250 entfernter Bewertungen“.

Für Reisende kann dies bedeuten: Nicht jedes Lokal mit fünf Sternen verdient automatisch einen Blick – und ein Ort mit einem Hinweis auf Löschungen noch lange kein schwarzes Schaf. Vielmehr lädt die neue Anzeige ein, bewusster zu reflektieren und Bewertungen differenzierter zu betrachten.


Für LGBTIQ+.Reisende gilt: Diese Transparenz hilft insbesondere dort, wo negative Rezensionen gezielt durch Diffamierung in eine Richtung gelenkt wurden. Der Hinweis kann ein kleines Warnsignal sein, dass eine Bewertung möglicherweise keine echte, unverfälschte Erfahrung widerspiegelt.


Ein Blick in die Sterne

Ausblick: Es bleibt offen, ob Google diese Transparenz auch in anderen Ländern einführt und ob Plattformen wie Booking oder TripAdvisor ähnlichen Schritten folgen. Für Urlaubende bedeutet das: Achten Sie bei der nächsten Recherche auf den Hinweis „entfernte Bewertungen“ – und lassen Sie sich nicht von strahlenden Sternen allein leiten.