
Färöer erheben Nachhaltigkeitsgebühr für Touristinnen und Touristen
Geld fließt in Naturschutz
In einer überraschenden Entwicklung haben die Färöerinseln ein neues nachhaltiges Tourismusmodell etabliert, das sowohl Reisende als auch die einzigartige Inselnatur schützt. Seit dem 1. Februar 2026 wird auf den Inseln ein zusätzlicher Beitrag erhoben: Besucherinnen und Besucher ab 16 Jahren zahlen 20 Dänische Kronen pro Nacht (entspricht etwa 2,50 Euro), maximal jedoch 200 DKK pro Aufenthalt (etwa 27 Euro), wenn sie in einer kommerziellen Unterkunft übernachten.
Das Wichtigste im Überblick
- Seit dem 1. Februar 2026 fällt auf den Färöerinseln eine Nachhaltigkeitsgebühr von 20 DKK pro Nacht, maximal 200 DKK pro Aufenthalt an.
- Die Einnahmen fließen in einen Regierungsfonds, der Wanderwege, Naturschutz, lokale Kultur und touristische Infrastruktur unterstützt.
- Das Färöer-Parlament verabschiedete das Gesetz bereits 2024. Mit der Umsetzung im Jahr 2026 beginnt die praktische Wirkung.
- 2025 generierte der Tourismussektor Einnahmen von 1,4 Milliarden DKK bei etwa 130.000 Besucherinnen und Besuchern, während die Anzahl der Ankünfte nahezu stabil blieb.
Gebühr für nachhaltigen Tourismus
Die Färöer setzen damit ein klares Zeichen: Tourismus darf nicht unreguliert wachsen, sondern muss mit Verantwortung gestaltet werden. Die eingeführte Nachtgebühr ist kein zusätzlicher Profit, sondern dient als Beitrag zum Schutz der spektakulären Landschaft sowie zur Stärkung der lokalen Kultur.
Nachhaltigkeitsfonds sichert Zukunft
Das eingenommene Geld wird zentral verwaltet und gezielt eingesetzt – von der Instandhaltung der Wanderwege über sanfte Tourismusplanung bis hin zur Unterstützung von Gemeindeprojekten und kulturellen Initiativen. Damit nahmen die Behörden ein Instrument an die Hand, das Reisende aktiv in den Erhalt der Inselwelt einbindet.
Wirtschaftlicher Hintergrund im Blick
Im Jahr 2025 erzielte der Tourismussektor beachtliche Einnahmen in Höhe von 1,4 Milliarden DKK, obwohl die Besuchszahlen stabil bei etwa 130.000 blieben. Gleichzeitig wurde erstmals eine Einsicht in die Kurzzeitvermietungen wie AirBnB gewonnen – mit Einnahmen von rund 160 Millionen DKK über 132.000 Übernachtungen. Diese Zahlen verdeutlichen, dass die Gäste zwar nicht zahlreicher, aber wohlhabender oder konsumfreudiger geworden sind.
Hintergrund der Gesetzgebung
Das Parlament verabschiedete das Gesetz zum nachhaltigen Tourismus bereits 2024. Damit reagierte die Färöerregierung auf wachsendes Interesse und Risiken durch unkontrollierten Besucherzustrom. Die Umsetzung der Gebühr 2026 markiert den Beginn einer weiteren Phase verantwortungsbewusster Entwicklung.
Nächste Etappen und offene Fragen
Die zentrale Herausforderung wird es sein, wie die Behörden die neuen Mittel effizient einsetzen und zugleich das Vertrauen der Reisenden erhalten. Es bleibt spannend zu beobachten, welche Projekte finanziert werden – und ob diese messbar zur Bewahrung der Inselwelt beitragen. Gleichzeitig bleibt abzuwarten, ob andere touristische Maßnahmen folgen.
Mit dem Schritt hin zur Nachhaltigkeitsgebühr definieren die Färöerinseln ihren Ruf als Sehnsuchtsziel neu – nicht nur durch unwiderstehliche Landschaften, sondern auch durch Verantwortung, Umsicht und Respekt gegenüber Natur und Bewohnerinnen sowie Bewohnern.

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