
Kroatien verbietet nachts Alkoholverkauf an der Adria
Bars bleiben ausgenommen
Wer diesen Sommer durch die Altstadtgassen Kroatiens schlendert, muss sich auf neue Regeln einstellen: In gleich drei der beliebtesten Ferienorte an der Adriaküste – Split, Makarska und Novalja auf der Insel Pag – dürfen Reisende und Einheimische künftig nachts keinen Alkohol mehr kaufen. Der kroatische Gesetzgeber verschärft so nach langem Druck durch Kommunen und Anwohner die Auflagen für den nächtlichen Verkauf von alkoholischen Getränken, um gegen die ausufernden Partys in Touristenhochburgen vorzugehen.
Das Wichtigste im Überblick
- Die Gemeinden Split, Makarska und Novalja führen ab sofort ein nächtliches Verkaufsverbot von Alkohol zwischen 23 und 6 Uhr ein.
- Grundlage ist ein neues Gesetz des kroatischen Parlaments, das lokalen Behörden entsprechende Befugnisse einräumt.
- Verstöße werden mit Geldstrafen geahndet, die laut Medienberichten empfindlich ausfallen können.
- Kroatien reagiert damit gezielt auf Beschwerden über Lärm, Müll und Alkohol-Exzesse durch Partytourismus.
- Das Verbot gilt für Supermärkte, Kioske und Tankstellen, jedoch nicht für den Ausschank in Bars und Restaurants.
Neue Regel für den Party-Tourismus
Die kroatischen Urlaubsoasen Split, Makarska und Novalja haben das bereits im Mai 2024 verabschiedete Gesetz sofort umgesetzt. Mit Beginn der Sommersaison ist damit der Verkauf von Bier, Wein und Spirituosen in Geschäften, Tankstellen und Kiosken während der Nachtstunden tabu. Der Hintergrund: In den letzten Jahren hatten sich Beschwerden über laute Partys im Freien, Vandalismus und Müll dramatisch gehäuft, gerade in den kleinen Altstadtvierteln. Viele Anwohnerinnen und Anwohner fühlten sich durch die nächtlichen Ausschweifungen der oft internationalen Gäste zunehmend belastet.
Ziele und erste Reaktionen vor Ort
Mit den neuen Regelungen wollen die Stadtverwaltungen das Nachtleben nicht einschränken, sondern die Lebensqualität wahren und die Stadtreinigung entlasten. Lokale Medien zitieren Split Bürgermeister Ivica Puljak:
“Wir brauchen einen klaren Rahmen, um exzessiven Alkoholkonsum zu begrenzen und unsere Stadt für alle attraktiv zu halten.”
Bars und Restaurants dürfen weiterhin Alkohol ausschenken, was dem legalen Nachtleben eine Perspektive lässt – zugleich aber verhindert, dass Trinkgelage auf Straßen und Plätzen ausarten. Wer dennoch gegen das Verkaufsverbot verstößt, muss mit Strafen von mehreren Hundert Euro rechnen.
Südosteuropa gegen Sauftourismus
Kroatien folgt damit dem Beispiel anderer europäischer Mittelmeerziele wie Mallorca, die mit ähnlichen Maßnahmen versuchen, den „Exzess-Tourismus“ einzudämmen. Schon im Frühjahr machten lokale Tourismusverbände deutlich: Sie versprechen sich von der nächtlichen Alkoholbremse sauberere Strände, weniger Polizei-Einsätze und ein familienfreundlicheres Image für ihre Orte.
Wichtige Fragen zum Thema
Gilt das Verbot auch in Hotels? Nein, das Verkaufsverbot während der Nachtstunden betrifft nur Geschäfte, Tankstellen und Kioske, nicht jedoch Bars, Restaurants oder Hotelbars.
Seit wann ist das Gesetz in Kraft? Das kroatische Parlament hat die Neuregelung im Mai 2024 beschlossen. Erste Gemeinden setzen sie zum Start der Sommerferien konsequent um.
Mit den neuen Vorschriften passt sich Kroatien dem geänderten Reisendenverhalten und dem klaren Wunsch vieler Bewohnerinnen und Bewohner nach Ruhe an. Ob die Maßnahme langfristig den Party-Tourismus umleitet oder die Adriaküste ganz neue Reisende anzieht, bleibt spannend und dürfte den Charakter der Urlaubsregion prägen.

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